Der absolute…
…TV-Tipp für heute Abend:
Klitoris, die schöne Unbekannte
arte, Freitag, Magazin/Dokumentation
(Frankreich, 2002, 59mn)
23:05 - 00:10 Uhr
Regie: Variety Moszynski, Stephen Firmin
Im Juni 1998 machte Helen O’Connell, Wissenschaftlerin am Royal Melbourne Hospital, eine recht erstaunliche Entdeckung. In einem Artikel des Journal of Urology schrieb sie, die allgemein bekannten Abbildungen der Klitoris entsprächen nicht der Realität. Die medizinische Fachwelt scheint sich bislang aus verschiedenen Gründen mit oberflächlichen, gar falschen anatomischen Beschreibungen begnügt zu haben, die zum größten Teil vom Beginn des 20. Jahrhunderts stammen. Je nach Autor oder Quelle der Abbildungen wurden der Klitoris unterschiedlichste Größen, Formen und Positionen zugeschrieben, so dass man sich zu Recht fragen darf, ob es sich überhaupt um ein und dasselbe Organ handelt.
Anhand von Computersimulationen zeigt die Dokumentation, dass die Klitoris etwa zehnmal größer ist als zumeist angenommen und doppelt so groß, wie es die Illustrationen der Fachleute vermuten lassen. Laut der Urologin Helen O’Connell, die als wissenschaftliche Beraterin an der Dokumentation beteiligt war, ist die Klitoris acht bis zehn Zentimeter lang und drei bis sechs Zentimeter breit. Sie ähnelt weder einer Erbse noch einer Knospe, sondern einer Birne.
Die Dokumentation berichtet, wie dieses geheimnisvolle Organ in der Vergangenheit immer wieder durch gesellschaftliche Konventionen, die Kirche und die Psychoanalyse tabuisiert wurde. Als der Belgier Edouard van Beneden im Jahr 1875 die Mechanismen der Befruchtung entdeckte, wurde die Klitoris zum “überflüssigen Organ” erklärt und gegenüber der Vagina als eigentlichem Geschlechts- und Lustorgan geradezu verteufelt. Baker Brown, Vorsitzender der British Medical Society, verdächtigte die Klitoris gar, Hysterie und Epilepsie zu verursachen. Er predigte die Beschneidung. Diese Praxis wird noch heute bei jungen Mädchen angewandt, deren Klitoris angeblich zu lang ist.
Die Dokumentation zeigt, wie 100 Jahre später allmählich damit begonnen wird, die weibliche Sexualität ebenso genau zu erforschen wie die männliche. Und sie räumt auf mit dem Mythos vom Unterschied zwischen Vagina- und Klitoris-Frauen.
Quelle & mehr bei arte.tv

..."que a su corazón le falte mi latido / que ella, cuya grandeza admiro, me admita en el alto vuelo de su sueño”


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